Gehalt als „Schmerzensgeld“… und 9 weitere Alarmzeichen, dass du unzufrieden bist in deinem Job

Es gibt einige untrügliche Anzeichen dafür, dass du aktuell nicht mehr happy bist in deinem Job und eine Veränderung eigentlich längst überfällig ist. Gerne verdrängen wir diese Unzufriedenheit auf der Arbeit: „Na ja das ist eben so, irgendwie muss ich ja meine Brötchen verdienen“ oder sagen uns selber „Stell dich nicht so an, Arbeit ist eben kein Spass“. Doch wenn wir zu lange in einer Situation verharren, die uns nicht glücklich macht, passiert es leicht, dass das auch Auswirkungen hat auf andere Bereiche unseres Lebens: Unsere Gesundheit, unsere Beziehungen und auch generell unsere Stimmung und unseren Antrieb. Denn: Arbeitszeit macht den größten Teil unseres Lebens aus. Jeden Tag, fünf Tage die Woche verbringen die meisten Deutschen im Schnitt 7-9 Stunden mit Arbeiten. Ein Job, der nicht (mehr) zu uns passt ist daher nicht einfach „nur“ ein notwendiges Übel, sondern kann unsere Stimmung und unsere Lebenszufriedenheit sehr einschränken.

Welche Anzeichen solltest du ernst nehmen?

  1. Du siehst dein Gehalt als Schmerzensgeld an. Du gehst jeden Tag zur Arbeit weil du gutes Geld verdienst, aber eigentlich nervt dich schon lange ziemlich vieles. Du siehst wenig Sinn in dem was du tust. Du bist oft gestresst und unter Druck oder langweilst dich statt dessen. Aber hey, das Gehalt ist einfach zu gut um zu gehen. Im Spass sagst du oft „Mein Gehalt ist Schmerzensgeld“. Eigentlich ist es aber kein Spass, sondern dein Ernst. Wenn der Job nicht so gut bezahlt wäre, wärst du eigentlich längst über alle Berge.
  2. Morgens aufstehen ist eine echte Qual. Der Wecker klingelt, aber dein Unlust-Gefühl ist riesig. Du würdest dich am liebsten unter der Decke verkriechen und spielst öfter mit dem Gedanken, dich einfach krank zu melden. Du drückst vielleicht drei oder vier mal die Snooze Taste, nur um dich dann am Ende unter Stress und in Eile fertig machen zu müssen. Deine Stimmung wird mit dem ersten Kaffee etwas besser, trotzdem ist es jeden morgen das selbe Spiel. Eigentlich würdest du sooo gerne einfach liegenbleiben.
  3. Montage sind die schlimmsten Wochentage. Meist fängt das blöde Gefühl schon Sonntagabend an. Weil dann noch die ganze verdammte Woche vor dir liegt. Sie scheint wie ein unüberwindbarer Berg. Tausend Termine und Deadlines warten auf dich. Oder ein furchtbarer Chef. Oder eine Woche voller dröger Aufgaben und grausam langweiliger Stunden in denen du versuchst beschäftigt und motiviert zu wirken. Nichts davon klingt wirklich prickelnd… Puh!
  4. Im Büro schaust du ständig auf die Uhr oder aus dem Fenster. Oder surfst im Internet. Was zu Tun gäbe es schon. Aber Lust darauf hast du nicht. Mit klaren Deadlines geht es etwas besser. Was muss das muss eben. Aber Eigeninitiative hast du schon länger nicht gezeigt. Du verlierst dich lieber in Tagträumen über ein besseres Leben. Ach wie schön wäre es jetzt in der Sonne zu sitzen und aufs Meer zu schauen…mit dem Segelboot in der Karibik… den Kindern am See… und….und…und.
  5. Eigentlich machst du nur noch Dienst nach Vorschrift. Klingt veraltet, aber so nennt man das eben. Sprich: Du hast innerlich schon gekündigt. Aber schleppst dich trotzdem jeden Tag hin. Nur eben mit wenig Ambition. Irgendwie machst du deinen Job. Nur eben nicht mehr. Bringt ja eh nix und scheint auch niemanden zu interessieren. Corona-Zeit und Home Office kommen dir gerade recht, da fällt das noch weniger auf.
  6. Du denkst auch öfter über Kündigung nach. Aber weil dir die Alternativen fehlen verwirfst du den Gedanken wieder. Weil das Gehalt gut ist. Weil du sonst ja auch nichts kannst. Weil du Verpflichtungen hast. Weil der Arbeitsmarkt nicht so rosig aussieht. Weil du alt bist. Zu lange dabei. Der Job zu sicher. Es gibt tausend Gründe. Trotzdem geht dir der Gedanke daran, dass das „doch nicht alles sein kann“ und dieses Gefühl von „irgendwann schmeiss ich alles hin“ nicht ganz aus dem Kopf. 
  7. Der Chef nervt, die Kollegen auch. Dein Chef versteht dich einfach nicht. Er korrigiert die Präsentation zum fünften mal, weiss alles besser. Kritisiert dich und gelobt hat er dich schon lange nicht mehr. Oder er ist nie erreichbar und du musst ständig raten, was er eigentlich will. Oder setzt dich wirklich dauernd unter Druck. Ein paar deiner Kollegen sind auch nicht besser. 
  8. Du bist Abends einfach nur fertig. Dein Job zieht dir soviel Energie, dass du auch deine Freizeit gar nicht mehr geniessen kannst. Abends isst du noch was und am liebsten legst du dich dann auf die Couch. Und das eigentlich fast jeden Abend. Selbst am Wochenende und im Urlaub fühlst du dich nicht so richtig erholt, droht ja schon in wenigen Stunden oder Tagen wieder das Arbeitsszenario.
  9. Das führt auch dazu, dass du oft nicht gut schläfst. Ab und zu nachts zu Grübeln und mal wach zu liegen ist ziemlich menschlich. Aber wenn das oft der Fall ist leidet auch deine Stimmung und Leistungsfähigkeit darunter. Das kann wiederum zu einem Teufelskreis führen. Und macht auch Dauer sehr mürbe und krank. 

Hast du dich in einem oder mehreren Punkten wiedergefunden? 

Vielleicht ist des dann Zeit, mal über eine berufliche Veränderung nachzudenken. Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass es nicht leicht ist, diese Thema in Angriff zu nehmen. Zu viel hängt vom Job ab. Aber eine „Veränderung“ kann tatsächlich ziemlich vieles bedeuten und muss ja gar nicht heißen, immer das Gewohnte, sprich deinen jetzigen Job, ganz hinter dir zu lassen und völlig neu zu starten. 

In den Coachings mit meinen Klienten sehe ich jedes mal aufs Neue, dass manchmal ein klares Verständnis für dich selber (Stelle dir mal die ganz einfachen Fragen: Was genau fehlt mir? Was will ich statt dessen? Auf welchen Wegen kann ich es erlangen?) und ein damit einhergehender Perspektivwechsel schon Wunder bewirken können. Bei eigener Klarheit öffnen sich z.B. oft Möglichkeiten und Türen im aktuellen Arbeitsumfeld, die man vorher gar nicht gesehen hat. Manchmal ist aber auch wirklich Zeit für einen Cut und eine Neuausrichtung. Auch das ist in jedem Alter möglich mit etwas Mut. 

Der wichtigste Schritt ist es schonmal sich Handlungsbedarf einzugestehen. Versuchen sich selber besser zu verstehen und zu überlegen was man ändern kann. Seine Einstellung. Seine Arbeitsbedingungen. Oder komplett den Job. Und dann ganz nach dem Motto zu handeln: „Love it. Change it. Or leave it.“ Diesen Veränderungsprozess kannst du alleine durchlaufen oder dir dabei auch Hilfe holen. Manchmal hilft ein Blick von Aussen und eine Anleitung für die nächsten Schritte Wunder. 

Solltest du Hilfe bei deinen Fragestellungen rund um deinen Job und Optionen zur Veränderung benötigen kontaktiere mich gerne. In einem unverbindlichen ersten Gespräch gebe ich dir erste wertvolle Impulse und wir schauen zusammen ob und wie ich dir helfen kann.

Lies auch hier weiter: Beruflich neu orientieren in schwierigen Zeiten: Sollte ich in Corona Zeiten wirklich über einen neuen Job nachdenken und wie?

Gehalt als Schmerzensgeld

Ist dein Gehalt nur noch Schmerzensgeld?

Vielleicht wird es Zeit für eine berufliche Veränderung...

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