Slasher Career. Portfolio-Jobber. Multijobber.
wie der Trend dir helfen kann deine Work-Life-Love zu finden

Slasher Career. Portfolio-Jobber. Multijobber. Was es mit all dem auf sich hat und wie der Trend dir helfen kann deine Work-Life-Love zu finden…

Hast du alles noch nie gehört? Keine Sorge, ich bin auch zum ersten mal vor ein paar Monaten auf diese Bezeichnungen aufmerksam geworden. Vorher hatte ich davon auch nichts mitbekommen. Aber seitdem ich mich selber beruflich neu aufstelle, und nun andere auch dabei begleite, begegnen mir die Begriffe Slasher Career, Portfolio-Jobber oder Multijobber immer öfter. Auch in meinem sich wandelnden Freundeskreis, in dem sich immer mehr Freelancer und (Teilzeit-) Selbstständige tummeln, ist das Lebens- und Berufsmodell recht populär.

Was bedeuten die Begrifflichkeiten?

Was hat es denn aber nun damit auf sich? Die Bezeichnung „Slasher Career“ kommt von dem englischen Wort „Slash“ also dem Schrägstrich, den man in seinem Online-Profil oder auf der Visitenkarte zwischen den verschiedenen Jobbezeichnungen setzt. Also z.B. HR Manager/ Speaker/ Coach oder Journalist/Webdesigner/PR. Dieser Begriff wurde erstmals 2007 von Marci Alboher genutzt, Autorin den Buches One Person/Multipe Careers. Es bedeutet, dass man nicht einfach nur einem einzigen Beruf nachgeht, sondern verschiedene Tätigkeiten ausübt. Diese könne aufeinander aufbauen oder miteinander zu tun haben, müssen es aber nicht. Multijobber und Portfolio-Jobber bedeutet im Grunde das Gleiche: Mehrere Jobs bzw. ein Portfolio an verschiedenen Tätigkeiten auszuüben.

Vor allem die Digitalisierung sorgt für immer mehr Beliebtheit

Der Trend, nicht nur einen Job zu haben, ist nicht neu. Manche Menschen müssen sogar mehrere Jobs haben, um ihr Leben zu finanzieren. Das ist dann eher das nicht so schöne Modell, wenn man dazu gezwungen wird, weil man sonst die Miete nicht zahlen kann. Es gab aber auch schon immer Menschen, die sich freiwillig in mehreren Berufsfeldern gleichzeitig getummelt haben. Bis vor einer Weile waren diese aber eher die Ausnahme, die Kreativen und Lebenskünstler, diejenigen bei denen die Personaler und Jobberater oft eher die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen haben. Vor allem mit der Digitalisierung und dem damit überall zugänglichen Wissen, mit dem man quasi überall und jederzeit sehr einfach neue Dinge lernen kann, ist es immer einfacher geworden sich zu informieren und weiterzubilden. Ohne kostenintensive und zeitaufwändige Weiterbildungen ist es heute für jedermann möglich etwas ganz Neues zu erlernen und so spannende Optionen für sich zu erschließen. Auch neue Business-Modelle auszuprobieren ist dadurch um ein Vielfaches einfacher und vor allem risikoärmer geworden.

Die größten Herausforderungen bei dem Wunsch beruflicher Neuorientierung 

In meinen Coachings, wo es oft um Unzufriedenheit mit der aktuellen beruflichen Situation geht und mögliche Neuorientierung, erlebe ich oft eine dieser drei verschiedenen Herausforderungen:

  1. Die Menschen wissen eigentlich recht genau, was sie gerne alternativ machen würden. Verschiedene Ängste halten sie aber davon ab.
  2. Sie wissen, dass sie etwas verändern wollen. Haben aber noch keine wirkliche Idee wie genau oder was genau und fühlen sich überfordert.
  3. Sie haben eine ganze Menge an Ideen, aber können sich nicht entscheiden, welche denn nun die beste ist. Sie machen dann besser erst mal gar nichts, um sich nicht falsch zu entscheiden.

Viele sehen für sich dann immer nur die beiden Optionen: Kündigen und sich ins kalte Wasser stürzen oder bleiben und weiter durchhalten. Oder eben diese eine Idee finden zu müssen, die sie auf ewig erfüllt und finanziell absichert. Das erschwert jede Entscheidung ungemein, weil es darum geht alles auf eine Karte zu setzen und damit die gewohnte Sicherheit komplett aufzugeben. Ohne Gewissheit zu haben, ob das Neue für sie wirklich funktioniert. 

Portfolio-Jobber als möglicher Lösungsweg

In eigentlich allen Fällen kann die oben genannte Idee des Slashers oder Portfolio-Jobbers eine echte Möglichkeit aus der gedanklichen Sackgasse sein und zu der lang ersehnen Zufriedenheit in Leben und Beruf, der Work-Life-Love, führen. Wie genau kann das aussehen? Wen eine neue Ausrichtung interessiert, der kann z.B. erst mal neben seinem jetzigen Beruf rein schnuppern in den neuen Job (z.B. an zwei Samstagen oder Abenden im Monat im neuen Bereich aushelfen, das kann das Yoga-Studio sein, das Café, Kurse bei der VHS geben oder wofür auch immer das Herz schlägt). Oder auch nebenbei ein eigenes Online-Business starten, einen Blog, ein Coaching- oder Beratungs-Business, den Verkauf der selbst entworfenen Schmuckstücke oder T-Shirts… die Möglichkeiten sind fast unendlich. Darüber können neue Dinge erst mal getestet werden und erste Kunden gewonnen werden. Sollte sich alles positiv entwickeln und man möchte mehr davon, kann man nach und nach darüber nachdenken den Hauptjob z.B. zeitlich zu reduzieren um mehr Zeit für das zweite Standbein zu haben. Ist es nicht wie erhofft, kann man immer auch wieder etwas anderes testen.

Somit kann man die Ängste vor dem kompletten Sicherheitsverlust minimieren, man kann schrittweise rausfinden was einem wirklich Spaß macht (denn so kommt man endlich mal ins Tun!) und vor allem kann man auch unterschiedliche Ideen umsetzen und muss sich nicht an nur eine klammern. Manchmal passieren Ideen auch zufällig und aus Hobbys werden irgendwann neue Einkommensquellen. Wenn man offen dazu ist Dinge auszuprobieren und irgendwann seine Talente einfach mal der Welt präsentiert und sich traut dafür auch Geld zu verlangen. Multijobber gehen so ihren verschiedenen Interessen nach und bauen sich ihr ganz eigenes Job-Portfolio auf, was zu ihrem Leben passt. Oder sie nutzen ihre sichere Einkommensquelle, ihren „Brot-und-Butter-Job“ um sich nebenberuflich etwas ganz Anderes aufzubauen. Manchmal wird dann auch der ursprüngliche Job wieder ziemlich erträglich, einfach weil man die positiven Dinge wieder mehr wertschätzen kann und dadurch, dass man etwas weniger Zeit und Fokus reinsteckt, auch eine neue Sichtweise erlangt.

Klingt ja gar nicht so neu…

Klingt ganz vernünftig und eigentlich gar nicht so neu? Richtig. Trotzdem tun viele sich (mich eingeschlossen bis vor ein paar Jahren) sehr schwer damit, unsere Ein-Job-Welt zu verlassen. Weil der Job uns vor allem auch eine Identität gibt. Und natürlich (gefühlte) Sicherheit. Ich BIN Marketing Manager. Ich BIN Key Account Manager. Ich BIN Head of Finance. Wir können was. Wir haben uns das jahrelang hart erarbeitet. Auch wenn es uns gar nicht mehr glücklich macht denken wir trotzdem immer auch ein bisschen, dass wir unser Jobtitel SIND. Ertappt?

Die meisten von uns haben einfach ziemlich früh gelernt, dass das Lebensziel mit einem unbefristeten gut bezahlten Job quasi fast schon erreicht ist und alles andere töricht und absolut nicht erstrebenswert ist. Wer begibt sich schon freiwillig in mehrere Jobs oder Unsicherheit? 

Tipp: Weniger Zerdenken und einfach mal machen!

Und immer wieder wird mir klar, wie sehr wir unsere eigenen Beschränkungen nur im Kopf mit rum tragen. Es kann so unterschiedliche Lebensmodelle geben. Auch wenn wir in dieser Ein-Job-Welt groß geworden sind, können wir den Blick für neue Optionen öffnen und uns mal trauen uns umzuschauen und Dinge einfach mal auszuprobieren. Ich gebe allerdings auch zu: Eine Slasher Karriere mag nicht für jeden was sein. Es kostet natürlich auch ziemlich viel Energie sich in Neues rein zu fuchsen. Und natürlich hat man bei mehreren Teilzeitjobs tendenziell auch wirklich etwas weniger Sicherheit, als wenn man nur einen Fulltime-Job hat. Wobei: Wenn ein Job wegfällt, hat man meist noch die anderen Einkommensquellen. Alles wie immer eine Frage der Sichtweise. Für alle, die das Gefühl haben, mal was Neues probieren zu wollen und sich auszuprobieren, bieten sich in dem Modell auf jeden Fall viele spannende Möglichkeiten die eigene Work-Life-Love zu entdecken. 

Und auch die Unternehmen müssen sich heute mehr und mehr dieser Entwicklung öffnen und neue Job-Modelle anbieten. Viele haben das ja bereits getan. Ob Teilzeit-Modelle, Sabbaticals oder Remote-Work, hier tut sich aktuell viel und es wird noch mehr werden müssen. Außerdem hat sich bei den meisten Personalern mittlerweile auch rumgesprochen, dass Menschen, die zufrieden mit ihrem Leben sind und vielfältige Interessen und Talente haben (und sie auch mutig ausleben), ziemlich gute Kollegen und Mitarbeiter sein können… auch und gerade weil ihr Lebenslauf nicht total stringent ist.

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